Kopfschmerz und Migräne als Anzeichen der Zöliakie

Prof. Dr. med. Martin Storr
Prof. Dr. med. Martin Storr
Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie (LMU)
München
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Gutsense ist Dein Portal für Darmgesundheit - und jetzt geht es hier um Kopfschmerz und Migräne? Ja! Denn da gibt es einen wichtigen aber wenig bekannten Zusammenhang: Bei der Autoimmunerkrankung Zöliakie führt der Verzehr des Getreidebestandteils Gluten zwar zu einer Schädigung des Dünndarms. Trotzdem sind Kopfschmerzen oder sogar Migräne für einige Zöliakie Betroffene der erste und manchmal auch einzige Hinweis auf die chronische Erkrankung. Wie es dazu kommt, wie häufig das ist und wie es behandelt wird, erklärt Prof. Dr. Martin Storr. Als Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie kennt er sich aus mit Kopfschmerz, Migräne - und Zöliakie.

Wieso kann eine Zöliakie Kopfschmerzen und Migräne auslösen?


Die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Verzehr von Gluten eine Entzündung im Körper und eine Schädigung der Dünndarmschleimhaut verursacht. Durch diese chronische Erkrankung können wichtige Nährstoffe wie Eisen, Vitamin B12 und Folsäure schlechter aufgenommen werden, was Kopfschmerzen und Migräne begünstigen kann. Außerdem kann die anhaltende Entzündung im Körper selbst zu Kopfschmerzen führen, die oft erst durch eine glutenfreie Ernährung besser werden. 

Unterschiedet sich Zöliakie Kopfschmerz von normalem Kopfschmerz?


Kopfschmerzen kommen bei Zöliakie deutlich häufiger vor als bei Menschen ohne diese Erkrankung und sind oft intensiver oder sogar migräneartig. Zöliakie-Kopfschmerzen sprechen meiner Erfahrung nach nicht immer gut auf klassische Schmerzmittel an, insbesondere wenn weiterhin glutenhaltige Lebensmittel gegessen werden. Typisch ist auch, dass die Beschwerden sehr oft zeitnah nach dem Verzehr von Getreide oder glutenhaltigen Speisen auftreten.

Sind Kopfschmerz und Migräne häufige Zöliakie Symptome?


Kopfschmerzen und Migräne sind häufige Symptome bei Zöliakie, wie sowohl meine eigenen Erfahrungen als auch verschiedene klinische Studien bestätigen. In etwa ein Viertel, bis ein Drittel der Zöliakie-Patientinnen und Patienten leidet darunter, vielfach schon lange bevor die Diagnose Zöliakie gestellt wird. 


 

Die tatsächliche Zahl der Betroffenen ist möglicherweise noch höher, da nicht alle Menschen mit Zöliakie Ihre Kopfschmerzen bei der Zöliakie Beratung oder der Zöliakie Kontrolle erwähnen, weil sie den Zusammenhang nicht kennen. Neben Kopfschmerzen können bei der Zöliakie auch andere neurologische Beschwerden wie Koordinationsstörungen, Taubheitsgefühle oder Konzentrationsprobleme auftreten.

Wie lassen sich Kopfschmerz und Migräne bei Zöliakie behandeln?


Die einzige wirksame Behandlung der Zöliakie ist eine konsequente und lebenslange glutenfreie Ernährung. Wer Zöliakie behandelt, kann oft auch beschwerdefrei leben – das gilt nicht nur für Bauchbeschwerden, sondern auch für Kopfschmerzen und Migräne, die häufig mit Zöliakie auftreten. Aus meiner Erfahrung und aus Studien zeigt sich, dass Kopfschmerzen und Migräne bei Zöliakie-Patientinnen und Patienten meist deutlich nachlassen oder ganz verschwinden, wenn strikt glutenfrei gegessen wird. Andere Medikamente gegen Kopfschmerzen helfen bei Zöliakie Kopfschmerz weniger gut, solange weiterhin Gluten gegessen wird. Deshalb ist die glutenfreie Ernährung der wichtigste Schritt zur Linderung dieser Beschwerden.

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